ebrecht_kaesetheke_news_webseite.jpg

Herr Ebrecht, seit 2013 sind Sie im Familienunternehmen Niemerszein GmbH & Co. KG als Geschäftsführer tätig. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft des Unternehmens?

Eines unserer Ziele besteht sicherlich darin, gemeinsam mit der Eigentümerfamilie die Langfristigkeit der Firma zu sichern und die Weichen zu stellen für die Übergabe an die nächste Generation. Wir planen die Investitionstätigkeiten an all unseren Standorten weiterhin hochzuhalten und laufend Modernisierungen vorzunehmen. Nicht zuletzt wären wir nicht abgeneigt, einen größeren Markt ab 2500 m² zu übernehmen, falls wir das richtige Objekt in unserem Hamburger Stammgebiet finden.

Die Unternehmerfamilie Niemerszein/Wiem ist bekannt für ihre Offenheit gegenüber Innovationen und den Mut Neues zu probieren. Woher kommt diese Experimentierfreudigkeit und inwiefern denken Sie, dass der Erfolg Ihrer Märkte mit dem abwechslungsreichen Sortiment zusammenhängt?

Die Familie Niemerszein/Wiem hat von jeher eine sehr hohe Affinität zu Lebensmitteln. Sie sind Vollblutunternehmer und gemeinsam versuchen wir, in unseren Läden möglichst immer auf dem aktuellen Stand der Dinge zu sein und viel Neues auszuprobieren. Es ist eine spannende Herausforderung, den Spagat zu meistern, auf kleinen Flächen möglichst viel Sortiment zu zeigen, stets mit dem Blick auf Innovation, Regionalität, Lokalität, Convenience sowie selbst hergestellte Lebensmittel.

Unser Erfolg liegt auch darin begründet, dass wir sehr zuverlässig hinsichtlich Warenverfügbarkeit und Sortimentsauswahl sind und wir sehr gut qualifizierte und motivierte Mitarbeitende haben. Unser Anspruch ist es, dass der Kunde immer das findet, wonach er sucht, und wir ihn entsprechend beraten.

Aktuell leiden viele Handelsunternehmen unter akutem Personalmangel. Geht es Ihnen auch so und falls ja, wie begegnen Sie dieser Herausforderung?

Akuter Personalmangel herrscht glücklicherweise an keinem unserer Standorte. Wir haben eine konstante Anzahl an Mitarbeitern, die sich aktuell auf knapp über 500 beläuft. Nichtsdestotrotz merken auch wir, dass es in bestimmten Bereichen, in denen eine Beratungskompetenz grundlegend ist, schwieriger wird, junge Menschen zu begeistern. Das Thema Selfcheckout ist diesbezüglich auch ein Thema, da für viele der Job an der Kasse keine Sicherheit mehr bietet.

Der Großteil unserer Bewerber kommt über Mundpropaganda zu uns, das funktioniert immer noch am besten. Wir bieten neben einer guten Bezahlung und maximalem Urlaubsanspruch vielfältige Benefits wie Mitarbeiterrabatte, Zuschüsse für Fitness und Bikeleasing und vieles mehr. Nicht zuletzt herrscht in all unseren Filialen ein gutes Betriebsklima, was uns sehr wichtig ist.

Welche Rolle spielt die zunehmende Digitalisierung im Handel in Ihrem Unternehmen?

Die Digitalisierung spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Seit 2020, dem Jahr der Mehrwehrsteuersenkung, haben wir alle Läden auf digitale Etiketten umgestellt. Auch arbeiten wir nur noch mit digitalen Warenwirtschaftssystemen, was die Abwicklung aller Geschäftsprozesse sehr erleichtert.
Aktuell sind wir in der Planung, Selfcheckouts zu implementieren, was eine Herausforderung darstellt, da wir wenig Platz im Kassenbereich haben und jeder Zentimeter genutzt wird.

Bis heute hat die Niemerszein GmbH & Co. KG mit Schweitzer 9 Standorte umgebaut bzw. neu konzipiert. Was schätzen Sie an dieser Zusammenarbeit?

An der Zusammenarbeit mit Schweitzer schätzen wir, dass wir von der Planungsphase bis zur Umsetzung ein Komplettpaket bekommen. Die Umsetzung aus einer Hand erfolgt immer termingerecht und verlässlich, was für uns wichtige Kriterien für den Erfolg einer Kooperation sind. Wir haben seit vielen Jahren denselben Bauleiter zugeteilt, der uns inzwischen kennt und weiß, wie wir ticken. Auch das ist ein Vorteil. Schweitzer kennt unser Unternehmen und unser Umfeld, so kann jeder Standort individuell und auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten geplant werden.

Konnten Sie nach den Umbauten einen Umsatzanstieg verzeichnen?

Nach einem Umbau braucht es erfahrungsgemäß einige Wochen, damit Kunden sowie Mitarbeiter sich neu orientiert haben. In der Regel sind wir dann 3 bis 6 Monate nach der Eröffnung zufrieden mit der Umsatzentwicklung.

Schweitzers Schwesterfirma, die Retail Design Agentur Interstore, übernimmt in allen Projekten in enger Absprache mit unseren Kunden die kreative Führung. Haben Sie sich in den Designprozess eingebunden fühlt?

Ja definitiv, zumal wir vor jedem größeren Projekt ein Briefing machen. Die Experten von Interstore schauen sich die Umgebung des jeweiligen Standorts an, und erheben den Status Quo: Wer sind unsere Kunden? Wo und wie wohnen sie? Nach einem Briefing unsererseits erfolgt dann ein erster Vorschlag der Materialien, die wir anhand von Mustern sichten können. Durch diesen intensiven Austausch fühlen wir uns eng eingebunden in den Designprozess und bringen unsere Vorschläge und Ideen ein. Das ist für uns eine sehr gute Mischung, mit der wir in jedem Projekt sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Uns ist besonders wichtig, dass das Ladendesign zu einer maximalen Wohlfühlatmosphäre für uns und unsere Kunden beiträgt.